Ja sicher, jeder hat viel zu tun. Daß man da keine Zeit hat einen Artikel für die "S&S" zu schreiben liegt auf der Hand. Einige haben etwas Zeit, das reicht dann für einen Artikel, aber nicht für zwei. Zu diesen Leuten gehöre ich auch, so daß wir in diesem Heft auf einen Bericht zum Studierenden-Symposion in Marburg verzichten müssen, obwohl doch da auch Leute teilgenommen haben, die einen hätten schreiben können, wenn sie gewollt hätten. Aber die liebe Zeit... Vielleicht findet sich ja doch noch einer oder eine, der oder die für die Nr. 4 darüber schreibt. Man soll die Hoffnung nie aufgeben.
Der von Martin Baumann geschriebene Bericht von der REMID-Tagung "Streitfall Neue Religionen" ist, wie ich kürzlich merkte, doch nicht in "Dialog der Religionen" 1/98 erschienen. Woran das liegt, konnte er mir nicht sagen. Vielleicht kommt er in 2/98. Im "Materialdienst des EZW" 6/98 steht aber ein sehr kritischer Tagungsbericht darüber aus der Sicht zweier evangelischer Theologen. Man kann daraus ersehen, wie notwendig ein intensiver Dialog zwischen Religionswissenschaft einerseits und Theologien und Kirchen andererseits ist, um die vielen Mißverständnisse und auch Feindschaften abzubauen.
Viel Zeit und Energie in Fachschaftsarbeiten verschiedenster Art gesteckt hat Anna Schenck. Sie war nur ein Jahr im Fachschaftsrat und hat ihm auf ihre bewundernswerte Art ihren Stempel aufgedrückt. Ich bin seit 1993 fachschaftlich aktiv und habe - und das sage ich bei aller Anerkennung jedes und jeder Einzelnen, der und die in diesen Jahren was auch immer für die Fachschaft geleistet hat - so etwas noch nicht erlebt. Kaum war sie als Vorsitzende gewählt, schon zeigte sie, wie man einen solchen Posten ausfüllen kann. Tagesordnungspunkt für Tagesordnungspunkt führte sie die Sitzungen, verhandelte mit den Profs und vertrat uns in der Öffentlichkeit. Ich glaube im Namen aller, die sie kennen, zu sprechen, wenn ich es bedauere, daß sie uns verläßt und nach Tübingen geht und ihr alles Gute für ihr weiteres Studium und Leben wünsche. Diabinga isch a schä Schtädtle (Tübingen ist ein schönes Städtchen), das kann ich bezeugen, da ich dort ein paar Jahre verbracht und mich mit Forstwirtschaft und Irish Folk Music beschäftigt habe und wünsche Anna, daß sie ebenso ihr Herz daran verliert wie ich.
Ich meinerseits quittiere nun den Dienst im Fachschaftsrat, gebe die Finanzbuchführung an wen auch immer weiter und bedanke mich herzlich bei allen, mit denen ich in den 5 Jahren zusammenarbeiten durfte und die zum Teamgeist in Fachschaft und Seminar wertvolles beigetragen haben. Ich bin ja auch noch nicht aus der Welt, denke aber, daß es auch ohne meinen (in letzter Zeit zugegebenermaßen etwas erlahmten bzw. abgelenkten) Aktivismus gut weiter gehen wird.
Ein guter Rat sei mir noch erlaubt: Seht in Euren Kommilitonen zuerst Kameraden und dann nochmal Kameraden, dann lange nix und zuletzt vielleicht irgendwann mal Konkurrenten! Ihr werdet sehen, man geht so viel entspannter durchs Studium und durchs Leben.